by Stephan Joachim

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Portraitfotos by Stephan Joachim

Dieses Projekt war im Sommer 2010. Ich möchte hier einen Text zitieren, den ich für Stephan als Empfehlungstext auf seiner Portfolio geschrieben habe, und ist unter diesem Link zu finden: Meinungen

Petronella aus München schrieb am 21 Oct ’10:

Es war alles ein bisschen traumhaft. Alle 5 Shootings mit dem gleichen Ablauf: Jeweils etwa 4-5 Stunden Shooting, davor das Schminken, was Stephan selber gemacht hat. Mit viel Gefühl und penibler Aufmerksamkeit bereitete er sowohl den hauchdünnen als auch den stärkeren Schmink vor, je nachdem, welche Wirkung er auf den Fotos erreichen wollte. Sein Ziel war aber nie, die Wahrheit zu verfälschen, sondern immer nur die sehr hohe Qualität der Fotos schon beim Entstehen zu gewährleisten.

 

Nach dem Schminken haben wir angefangen – zu reden. Über alles, was einem einfallen kann. Das diente dazu, dass ich die Kamera vergessend nicht mehr posen wollte, sondern die Situation einfach natürlich wahrnehmen durfte. Die Sitzungen wurden Woche für Woche lockerer, und Stephan gab mir die Chance mich in verschiedensten Outfits, Körperhaltungen, Gefühlswelten auszuprobieren. Ich konnte nie wissen, was er genau fotografiert: ob nur die Augen, ob der ganze Körper, oder vielleicht nur die Hände oder sogar nur die Falten meines Rockes im Fokus stehen. Das gab mir die Freiheit mich ganz frei zu fühlen, nicht mehr wie bei einem Fotoshooting, sondern eher wie bei einer freundschaftlichen Unterhaltung. Das war auch dadurch befördert, dass er nie die Posen sondern nur die Situation angegeben hat. Wie z.B. auf dem Stuhl oder im Fenster sitzend. Aber die genaue Körperhaltung sollte von mir oder noch genauer gesagt, von sich selbst entstehen, damit die Posen nicht nur natürlich wirkten sondern auch natürlich waren.

 

Es kamen Momente des Lachens und auch die des Schweigens, Nachdenkens, wo dann nur die Hintergrundmusik tönte, oder nur die Kamera geklickt hat, und ich fühlte mich manchmal wie in einer anderen Welt. Ohne Zeitgefühl schwebte ich im Raum. Stephan war durchaus gefühlvoll, aber gleichzeitig experimentalfreudig. Die Belichtung und die Farbfilter, die An- oder Abwesenheit des Blitzes haben jeweils eine ganz andere Stimmung bei den Shootings geschaffen. Ich fand seine Hingabe sowohl während der Shootings als auch bei der Auswahl der Bilder fantastisch. Wenn mir ein Foto nicht gefallen hat oder mich in einer unvorteilhaften Winkel gezeigt hat, hat er gelöscht.

 

Ich habe bisschen Angst gehabt, da er die Bilder mit Photoshop nicht nachbearbeitet, nicht retuschiert, sondern nur entwickelt.  Ich habe befürchtet, dass die allzu natürlichen Fotos dann kein gutes Bild von mir zeigen. Aber diese Befürchtungen wurden durch die Ergebnisse einfach vernichtet. Wir beide fanden die entstandenen Fotos künstlerisch wertvoll und manchmal atemberaubend tiefsinnig oder einfach wunderschön.

 

Lieber Stephan, vielen-vielen Dank für diese besondere Zusammenarbeit und viel Erfolg wünsche ich Dir für Deine weitere künstlerische Laufbahn. Und ich hoffe, noch mehrmals vor Deiner Kamera stehen zu dürfen